Zöliakie

Zöliakie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut welche bei Zöliakie-Patienten unverträglich auf das Eiweiß (Gluten) bestimmter Getreidesorten reagiert. Lebensmittel, die dieses Getreideeiweiß enthalten, werden von Zöliakie-Patienten daher nicht vertragen.

Zöliakie ist zum Teil genetisch veranlagt, ihre Ursache leider noch unbekannt. Die Unverträglichkeit bleibt ein Leben lang bestehen. 

Wenn der Dünndarm erkrankt ist...

Die Getreideeiweiße, die als Gluten oder Klebereiweiß bezeichnet werden, schädigen die Dünndarmschleimhaut der Betroffenen, so dass sie sich entzündet. Die Schleimhaut bildet im weiteren Verlauf verschiedene Antikörper sowohl gegen das Klebereiweiß als auch gegen körpereigene Zellen.

Im Dünndarm werden Nährstoffe aus der Nahrung vom Körper aufgenommen. Die Dünndarmschleimhaut hat hierzu unzählige kleine fingerförmige Ausstülpungen, die sogenannten Darmzotten. 

Bei Zöliakie-Patienten führt die Entzündung der Dünndarmschleimhaut zur Verringerung der Zottenhöhe bis hin zum völligen Schwund der Darmzotten.

Die Darmschleimhaut kann die Nährstoffe aus der Nahrung deshalb nicht mehr in ausreichender Menge an das Blut weiterleiten, sie werden ungenutzt wieder ausgeschieden. Es droht damit eine Mangelversorgung.

Bislang konnte nicht geklärt werden, inwieweit die Zöliakie zu den Allergien oder den Autoimmunerkrankungen gehört.

Typische Symptome der Zöliakie

Das häufigste Symptom einer Zöliakie ist Durchfall. Gleichzeitig leiden Betroffene oft an Blähungen und Bauchschmerzen. Der Bauch ist stark aufgetrieben, der restliche Körper magert nach einiger Zeit stark ab. Außerdem treten Erbrechen, trockene Haut, Abgeschlagenheit, Blässe, Knochenschmerzen und depressive Stimmungen auf. 
 

Häufig werden die Krankheitssymptome zu Anfang nicht gleich klar erkannt, da sie sich schleichend einstellen. Manchmal werden die auffälligen Veränderungen erst nach Monaten oder gar nach Jahren sichtbar.
 

Zöliakie erfordert eine glutenfreie Ernährung. Wird diese lebenslang eingehalten, kann sich die Dünndarmschleimhaut erholen, wieder aufbauen und ganz normal funktionieren. Die Symptome der Zöliakie verschwinden je nach Ausprägung nach wenigen Tagen bis mehreren Wochen. 

Tipps für Ihren Speiseplan

Gluten löst sowohl roh als auch gegart bereits in kleinsten Mengen Unverträglichkeiten aus. Zur Behandlung der Zöliakie ist es deshalb notwendig, eine konsequente glutenfreie Diät einzuhalten. Eine glutenfreie Ernährung erfordert daher Disziplin und Sorgfalt.
 

Betroffene sollten sich bei ihrem Arzt und Ernährungsberater umfassend über eine glutenfreie Ernährung informieren, um Diätfehler zu vermeiden.

Glutenfreie und nicht glutenfreie Getreidesorten

Glutenfreinicht glutenfrei
Reis, Mais, Soja, Quinoa, Amaranth, Buchweizen, HirseWeizen, Roggen, Gerste und Hafer in allen Zustandsformen (z. B. Mehl, Grieß, Flocken etc.) sowie Weizenkleie, Weizenkeime, Grünkern, Dinkel, Einkorn, Urkorn, Emmer, Kamut, Triticale und sonstige Weizenderivat


Quelle: Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V.

Gluten kommt allerdings nicht nur in glutenhaltigem Getreide und den daraus hergestellten Getreideprodukten wie Brot, Teig- und Backwaren vor, sondern auch in einer Vielzahl anderer Lebensmittel. Es wird häufig als Zusatzstoff eingesetzt, z. B. als Emulgator, Stabilisator oder Bindemittel in Wurstwaren, Speiseeis oder Salatsoßen. Betroffene sollten daher am besten alle Lebensmittel, deren Zusammensetzung Sie nicht genau kennen, meiden.

Da Gluten nicht lebensnotwendig ist, hat die Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung keine negativen gesundheitlichen Folgen. Grundsätzlich sollten Zöliakie-Patienten von allen Lebensmittelgruppen essen. Der Bedarf an lebenswichtigen Nährstoffen lässt sich auch bei glutenfreier Kost decken. Amaranth, Buchweizen und Quinoa liefern z. B. hohe Mengen an Eisen, Ballaststoffen und einigen B-Vitaminen.

Bei einigen Zöliakie-Patienten kann es aufgrund der Schädigung der Darmschleimhaut auch zu einer (sekundären) Laktoseintoleranz kommen. In diesem Fall müssen zunächst auch Milch und Milchprodukte gemieden werden bzw. durch Sojamilch o. Ä. ersetzt werden. 

Die Zutatenliste gibt Auskunft

Speziell für die glutenfreie Ernährung hergestellte Lebensmittel erkennen Sie an der Aufschrift "glutenfrei". Seit Erweiterung der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung im November 2005 müssen Gluten bzw. glutenhaltige Zutaten wie z. B. Weizenmehl in der Zutatenliste aufgeführt werden. In diesen Fällen muss das Lebensmittel strikt gemieden werden.
 

Umfangreiche Aufstellungen glutenfreier Produkte können Sie von der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e. V. beziehen (http://dzg-online.de/).
 

Wenn Sie sich bei Produkten von Dr. Oetker nicht sicher sind, nutzen Sie unsere praktische Allergensuche oder kontaktieren Sie den Verbraucherservice der Dr. Oetker Versuchsküche.

Maßnahmen im Haushalt

Sie selbst oder ein Familienmitglied leiden unter Zöliakie? Dann sollten Sie nicht nur auf die Auswahl verträglicher Lebensmittel achten, sondern auch geeignete Maßnahmen für die Lebensmittellagerung und die  Vor- und Zubereitung von Speisen ergreifen. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V. hat dazu eine Vielzahl von Tipps zusammengestellt, u. a.: 
 

  • Reinigen Sie Arbeitsflächen, Geräte, Kochgeschirr, Backformen und -bleche, Schneebesen etc. sorgfältig vor Arbeitsbeginn. 
  • Achten Sie darauf, dass Spültücher, Geschirr- und Handtücher sowie Küchenschürzen frei von Gluten sind, z. B. in Form von Mehlstaub. 
  • Verwenden Sie für die Herstellung glutenfreier Speisen nicht dieselben Arbeitsgeräte wie für die Herstellung glutenhaltiger Nahrung. Kennzeichnen Sie Arbeitsgeräte und Kochgeschirr ggf. durch Aufkleber. 
  • Lagern Sie glutenfreie Zutaten und Speisen getrennt von solchen, die Gluten enthalten. Verpacken sie diese beispielsweise in Plastikbehältern, Dosen, Gläsern mit Schraubverschluss bzw. decken sie diese mit Folie ab.
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