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Lebensmittel-Lexikon

Apfel

zum Kernobst zählende, meist runde, bei manchen Sorten ovale, an Stiel und Blütenansatz abgeflachte Scheinfrucht des weltweit verbreiteten Apfelbaumes. Die Farbe der meist glatten Schale variiert zwischen grün, gelb und rot und ist oft mehrfarbig sowie besonders an der Sonnenseite rot pigmentiert. Das weiß, grünlich, rosé oder gelblich gefärbte Fruchtfleisch weist einen aromatischen fein säuerlichen bis süßen Geschmack auf. Nach Verwendungszweck werden die Scheinfrüchte in die drei großen Gruppen Tafeläpfel, Mostäpfel und Kochäpfel unterteilt. Die meist aus großen Obstbaubetrieben stammenden Tafeläpfel sind von ihren Eigenschaften (Reife, Aussehen, Geschmack) am besten für den Frischverzehr geeignet und werden teilweise auch für Kuchen oder Kompott verwendet. Bei den Mostäpfeln handelt es sich um eher kleine, oft sehr saure Äpfel, die für den Frischverzehr z. T. ungeeignet sind. Daher finden sie Verwendung zur Herstellung von Apfelsaft, Apfelwein, Essig, Alkohol u. Ä. Die Kochäpfel mit mürbem, beim Kochen leicht zerfallenden Fruchtfleisch werden v. a. zur Konservenherstellung und z. T. zur Pektingewinnung verwendet. Die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen sind fließend. Oft eignen sich Tafeläpfel auch als Kochäpfel und umgekehrt. Im Handel als Frischobst befindliche Ä. werden in Handelsklassen gehandelt und genügen deren Kriterien. Übliche Verarbeitungsprodukte aus Ä. sind Trockenäpfel, Mark, Apfelkraut, Gelee, Konfitüre, Saft, Essig, Konserven (Mus, Kompott, Dunstäpfel) und alkoholische Getränke wie z. B. Apfelwein, Cidre oder Calvados. In Deutschland hergestellte Apfelkonserven erfüllen die Anforderungen der Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuches für verarbeitetes Obst oder sind in ihrer Abweichung ausreichend kenntlich gemacht. Die bei der Verarbeitung anfallenden Trester lassen sich zur Gewinnung von Pektin nutzen, haben aber gegenüber Zitrusfruchtschalen weitgehend an Bedeutung verloren. Ä. sind in Deutschland die Obstart mit der größten wirtschaftlichen Bedeutung. Die Inlandsernte erfolgt bei Pflückreife je nach Sorte von Juli bis Oktober. Der Verzehr geeigneter Sorten ist bei richtiger Lagerung (Kühllagerung CA-Lagerung) bis Juni möglich. Der Import von Ä. findet ganzjährig statt. Anbauländer sind in Europa v. a. Frankreich, Deutschland und Italien sowie in Übersee USA, Argentinien, Australien, Neuseeland und Südafrika. Der Anbau, v. a. von Tafeläpfeln, erfolgt meist als Niederstammpflanzung in Plantagen. Die Ernte von Hoch- und Halbstämmen z. B. im Streuobstbau genießt geringere Bedeutung. Es existieren unzählige Apfelsorten, von denen jedoch einige wenige größere Marktanteile besitzen. Dazu zählen insbesondere Golden Delicious, Cox Orange, Boskoop, Granny Smith, Jonagold und James Grieve. Neuere Sorten wie z. B. Elstar, Gloster, Jamba, Alkmene und Jonagold gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Englisch: apple

Taxonomie: Malus domestica Borkh. (Fam.: Rosaceae)

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