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Lebensmittel-Lexikon

Algen

ein- und mehrzellige, einfach organisierte Pflanzen. Die meisten A. leben im Wasser (Salz-/Süßwasser), einige an feuchten Stellen an Land. A. sind zur Photosynthese befähigt; viele enthalten neben Chlorophyll noch weitere Pigmente. Charakteristisch sind die in den Zellwänden, bei einigen Arten auch im Cytoplasma vorkommenden, im menschlichen Dünndarm nicht abbaubaren Polysaccharide. Sie dienen als Gelier- und Verdickungsmittel bei der Herstellung von Lebensmitteln, Kosmetika und Arzneimitteln (Agar-Agar Alginate Carrageen). Einzellige A. (Mikroalgen) stellen den Hauptanteil des Phytoplanktons. Einige davon (Dinoflagellaten) bilden Toxine, die beim Verzehr damit belasteter Meerestiere Vergiftungserscheinungen hervorrufen (Fischvergiftung Muschelvergiftung). Die mehrzelligen Braun-, Grün- und Rotalgen werden weltweit seit Jahrtausenden als Gemüse verzehrt (Seetang). Sie sind gute Lieferanten für Protein, Vitamine und Mineralstoffe, einige auch für verwertbare Kohlenhydrate. Die taxonomische Zuordnung der Blaualgen (Cyanobakterien) zu A. oder Bakterien ist uneinheitlich. In Europa beschränkt sich der Verzehr von A. heute weitgehend auf Vegetarier; in letzter Zeit werden Algenprodukte auch als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. In Fernost sind A. Grundnahrungsmittel und Bestandteil der traditionellen Heilkunde. Die Empfehlung, für die Jodversorgung anstelle jodierter Lebensmittel Algenprodukte zu verwenden, ist wegen des uneinheitlichen, vielfach weit überhöhten Jodgehaltes umstritten. Besonders jodreiche Arten dürfen in Deutschland als Lebensmittel nicht importiert werden (Kombu). Der Versuch, Mikroalgen als konzentriertes Proteinsubstrat (Einzellerprotein) in Mangelregionen einzusetzen, hat sich nicht bewährt.

Englisch: algae

Taxonomie: Phycophyta

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