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STORY

Von Geschäft zu Geschäft

Ab den 1950er Jahren prägte die Dr. Oetker Puddingflotte das Straßenbild der Bundesrepublik. Wenn der gelbe Volkswagen Käfer mit dunkelbraunen Kotflügeln und rotem Hellkopf-Emblem auf den Parkplatz des Einzelhändlers rollte, wusste ein jeder: Es gab wieder neue Dr. Oetker Produkte.


„Nah am Kunden" lautete die Devise des Firmengründers Dr. August Oetker. Um den Absatz seiner Produkte anzukurbeln, beschäftigte er seit 1907 eine Vielzahl von Reisenden und Vertretern, die die Einzelhändler im ganzen Land besuchten, Verkaufs- und Informationsgespräche führten und Rezeptbücher sowie Proben verteilten. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestand der Reisenden- und Vertreterstab von Dr. Oetker bereits aus rund 150 Personen. Die damalige Motorisierung machte es ihnen möglich, täglich durchschnittlich 30 Geschäfte aufzusuchen.

Das Kriegsgeschehen schränkte diese Tätigkeit weitestgehend ein, weshalb die Außendienstmitarbeiter ihre Arbeit erst nach 1945 wieder aufnehmen konnten. Da ihnen vorerst keine Fahrzeuge zur Verfügung standen, gingen sie entweder zu Fuß oder reisten mit dem Fahrrad von Geschäft zu Geschäft. Ende der 1940er Jahre machte Volkswagen die Marke Dr. Oetker wieder mobil. Im August 1948 erworb das Unternehmen fünf VW Käfer vom Typ 1, die zunächst für Strecken auf dem Land eingesetzt wurden. Bereits im Oktober 1949 erweiterte Dr. Oetker seinen Fuhrpark um zwanzig weitere Volkswagen Käfer.

 

                                 

Prägendes Merkmal der sogenannten Puddingflotte war die typische Lackierung der Fahrzeuge: Die gelben VW Käfer hatten dunkelbraune Kotflügel und das rote Hellkopf-Emblem an den Türen. Im Laufe der Zeit bauten die Reisenden ein persönliches, fast freundschaftliches Verhältnis zu ihren Fahrzeugen auf. Sie gaben ihnen sogar Namen. So schwärmte 1955 ein Dr. Oetker Vertreter im Mitarbeitermagazin wie folgt von seinem Reisewagen:

„Mein Reisewagen, auch Lottchen genannt, wackelt bei meinem Erscheinen vor Freude mit den Rädern. Sie ist eine bekannte Erscheinung in meiner Gegend, ein jeder erkennt sie an ihrer Farbe.“

Da die Zahl der Reisenden und Vertreter in den 1950er Jahren kontinuierlich wuchs, wurde der Dr. Oetker Reisewagenpark stetig erweitert. Am 16. Februar 1960 reiste Rudolf-August Oetker, Enkel des Firmengründers, mit einer kleinen Firmendelegation nach Wolfsburg, um den 1.000. Volkswagen feierlich entgegenzunehmen. Zu dieser Zeit legte jeder Reisewagen bei Dr. Oetker monatlich mehr als 1.500 Kilometer zurück. Um die technische Überwachung der Fahrzeuge kümmerte sich ein Fuhrparkleiter. Darüber hinaus wurden alle Vertreter und Reisenden auf Anweisung von Rudolf August Oetker regelmäßig über Vorschriften und Wissenswertes für den Volkswagen-Fahrer informiert.

Die Überarbeitung des Markenauftritts von Dr. Oetker führte in den 1960er Jahren zu einer Umlackierung der Fahrzeuge. Der letzte Reisewagen in den „Pudding-Farben“ wurde im Oktober 1968 durch einen Neuwagen ersetzt und kann heute in der Markenausstellung Dr. Oetker Welt  in Bielefeld besichtigt werden. Weitere interessante Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Buch „Bielefeld fährt Volkswagen". 

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